Alaska – Begegnung mit einem Bären


Alaska? Ist das nicht ein Land hoch oben im Norden in der Nähe Russlands?

Als ich zum ersten Mal daran dachte, meinen Sommer in Alaska zu verbringen, dachte ich zugegebenermaßen zunächst nur an Eis, Schnee und Kälte. Gleichzeitig aber dachte ich an Bären. Und das war definitiv etwas, das ich schon seit Kindheitstagen wollte: Bären in Ihrer natürlichen Umgebung beobachten! Also recherchierte ich ein bisschen und fand heraus, dass Anchorage, die größte Stadt in Alaska, nicht viel weiter nördlich liegt als Oslo in Norwegen. So kalt und eisig konnte es also im Sommer also gar nicht sein! Meine Neugierde auf Bären und Elche war größer als die Angst vor kalten Witterungsverhältnissen.

Keine bösen Überraschungen auf dem Weg zum Klo

Und so bin ich meinem ersten Bären begegnet: Je weiter wir nach Norden fahren, desto länger scheint die Sonne. Anfangs ist das so ungewohnt, dass ich um elf Uhr nachts hellwach in meinem Camping-Stuhl sitze und es sich anfühlt, als wäre es gerade mal vier Uhr nachmittags. Keine Ahnung, ob das nun gut oder schlecht ist. Es hat auf jeden Fall einen großen Vorteil: Wenn ich sonst in freier Wildbahn zelte, finde ich es nachts immer etwas unheimlich – insbesondere wenn man weiß, dass hinter dem nächsten Busch ein Bär sein könnte. Wenn ich hier nachts mal raus muss, dann kann ich wenigstens sehen. So sehr ich einen Bär sehen möchte, will ich das dann doch lieber nicht, während ich aufs Klo gehe!

 

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Auch um elf Uhr Nachts ist es noch hell!

 

Jackson, der Bär

Nachdem wir die letzten Tage recht spät ins Bett gegangen sind, kommen wir auch heute nicht so früh raus, wie wir eigentlich wollten. Wie die Tage zuvor haben wir wieder lange ums Lagerfeuer gesessen, gequatscht und gelacht. Es gibt ja auch kaum etwas Besseres als ein Lagerfeuer mit selbst gehacktem Feuerholz und dazu ein paar geröstete Marshmallows! Das Frühstück fällt kürzer aus als geplant, denn wir wollen heute endlich in den Denali National Park und bekanntlich fängt der frühe Vogel den Wurm! Naja, wir wollen zwar keine Vögel fangen, sondern Bären beobachten, aber je mehr Zeit wir dort haben, desto größer ist sicher unsere Chance, die Giganten in freier Wildbahn zu beobachten.

Und dann passiert das Unglaubliche: Nur einige Kilometer von unserem Camping-Platz entfernt, erkenne ich zwei schwarze Ohren im Gebüsch am Rand der Straße. Kann das sein? Wir haben doch nicht mal den Nationalpark erreicht. Es ist wirklich ein Schwarzbär, der ganz genüsslich am Löwenzahn kaut und sich nicht daran stört, dass wir anhalten. Ich bin so aufgeregt, dass ich fast in Tränen ausbreche. Mein erster Bär und dann auch noch so nahe! Auch wenn er so süß und harmlos aussieht, bin ich dann doch froh, dass ich meinen ersten Bären in Ruhe aus dem Overlandfahrzeug hinaus genießen kann und nicht nachts auf dem Weg aufs Klo. Ich taufe ihn Jackson – nach unserem Maskottchen.

 

Der Bär, den ich Jackson taufte

Der Bär, den ich Jackson taufte

Nach einer Sommersaison muss ich nun feststellen, dass Alaska so ganz anders ist als ich mir vorgestellt habe:

Ja, natürlich gibt es hier Regentage. Aber Schnee und Eis gibt`s nur auf den Gipfeln und Gletschern in Alaska und das sieht auf all meinen Fotos ziemlich hübsch aus!

Ja, an manchen Orten in Alaska tummeln sich – besonders im Juni – einige Mücken. Aber mit der richtigen Ausrüstung und Moskitonetzen hatte ich auch nicht mehr Stiche als in so manchem Sommer in Deutschland.

Ja, die Sonne scheint von früh bis spät, besonders im Juni und Juli. Das heißt mehr Zeit für Abenteuer und mehr Zeit, um Tiere wie Elche, Biber, Wale und Bären zu sehen.

Und ja, es gibt Bären in Alaska. Ziemlich viele sogar. Jackson war erst der Anfang und wir haben sie alle gesehen: Schwarzbären, Braunbären, Grizzlybären und sogar Bärenbabies! Alaska ist definitiv eine Reise wert!

Author: Natalie Morawietz

Natalie brach Ende 2010 auf, um für ein halbes Jahr in Westafrika zu backpacken. Nachdem sie die Freiheit unter den Füssen spürte, gab es kein zurück in den alten Bürojob und sie bewarb sich als Overland Tourleader. Seitdem fuhr sie Overland Trucks von Kairo bis Kapstadt und Rio de Janeiro bis Quito. Nach dem Umbau eines alten US Schulbusses in ein Overland Fahrzeug (und der Firmengründung von Infinite Adventures zusammen mit Dave, den sie in Afrika kennen gelernt hat), ist Natalie wieder „on the road“. Diesmal in der Wildnis Alaskas! Deutsche Website zu finden unter www.abenteueralaska.de

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