Hostel Review: Vagabond Hostel, Sarajevo


Brendan und ich wurden am Busbahnhof in Sarajevo von der exzentrischen und fröhlichen Alvina vom Vagabond Hostel abgeholt. Nachdem wir uns und unser gigantisches Gepäck mit der Hilfe eines netten Parkplatzmitarbeiters in ihr winziges Auto gequetscht hatten, erzählte uns Alvina auf der Fahrt ins Hostel von der Geschichte Sarajevos und zeigte uns bereits einige der Sehenswürdigkeiten: das alte Rathaus / Nationalbibliothek, niedergebrannt im Krieg aber jetzt wieder im Aufbau, die Brücke wo Franz Ferdinand erschossen wurde, und Pigeon Square, der eigentlich offiziell Baščaršija Platz heisst (aber das kann ja niemand aussprechen) und das Herz der Altstadt darstellt. Als wir schlussendlich im Vagabond ankamen, riss die Flut an Höflichkeiten jedoch keineswegs ab und uns wurden sofort Tee, Kaffee, eine Shisha und eine Unmenge an Informationen über Sarajevo offeriert, woraufhin wir zunächst mal eine halbe Stunde plauderten und uns erst dann auf den Weg in unser Zimmer machten.

Es stimmt, als Journalisten erhält man in Hostels und Hotels oftmals eine Sonderbehandlung, offensichtlich im Versucht, sich von der besten Seite zu zeigen und im Gegenzug etwas Publicity zu erhalten. Obwohl man sich über den Extraservice natürlich nicht beklagen kann, ist man trotzdem immer etwas vorsichtig, alles auf den ersten Blick zu glauben und immer darum bemüht, eine Unterkunft trotzdem ehrlich zu bewerten. Alvina, ihre Schwester Aida und deren Familien waren so unglaublich freundlich und hilfsbereit, dass wir uns zunächst wunderten, ob wir wieder einmal den Journalistenbonus erhalten hatten. Während den folgenden fünf Tagen im Vagabond Hostel versuchten wir also zu beobachten, wie die Leute im Vagabond miteinander, den Gästen und dem Personal umgingen. Wir waren nicht überrascht zu sehen, dass jeder der auch nur einen Fuss ins Vagabond setzte, mit der gleichen Zuvorkommenheit und Freundlichkeit wie wir begrüsst und versorgt wurde. Das Vagabond bietet wirklich absolut jedem Reisenden ein gemütliches Zuhause, aufrichtige Hilfsbereitschaft und eine neue grosse Familie.

Hostel Vagabond Sarajevo

Einrichtung:

Die Einrichtung im Vagabond Hostel ist im Grunde genau das, was man von einem anständigen Hostel erwartet. Das kostenlose Wifi ist absolut schnell und zuverlässig und es gibt für jedermann (und frau) kostenlosen Kaffee und Tee. Wenn man selber kochen möchte, steht auch eine kleine Küche zur Verfügung. Das Tüpfelchen auf dem i ist jedoch, dass das Personal immer sicherstellt, dass man alles hat, was man braucht und noch einen Schritt weiter geht als andere Hostels, um zu garantieren, dass man sich im neuen Zuhause wohl fühlt. Es gibt Regenschirme zum ausleihen und man kann sich eine Sisha bestellen. Alvina erklärte uns sogar, dass Hausschuhe für Gäste geplant sind, damit diese nicht mit den blanken Socken übers Parkett marschieren müssen.

Zimmer:

Die Zimmer sind guter Hostel-Standard. Sie sind einfach, aber effizient eingerichtet und unser Einzelzimmer hatte ein grosses Bett, viele Steckdosen und einen grossen Flachbildfernseher. Ein kleines Problem war, dass es mit unserem vielen Gepäck am Ende doch etwas eng wurde. Brendan und ich schleppen so einiges an Ausrüstung mit uns rum und das Bett war so gross, dass schlussendlich nicht mehr viel Leerfläche übrig blieb. Unser Einzelzimmer lag leider auch direkt neben dem Badezimmer und der Küche, sodass wir das Kommen und Gehen, sowie sämtliche Gespräche aller anderen Gäste im Hostel mitverfolgen konnten. Für leichte Schläfer empfiehlt sich hier Oropax.

Hostel Vagabond Sarajevo

 Lage:

Es gibt wohl keine bessere Lage für ein Hostel. Das Vagabond befindet sich neben der Kathedrale, einer beeindruckenden Moschee und nur zwei Minuten zu Fuss vom Zentrum der Altstadt entfernt. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten und eine Menge toller und günstiger Restaurants und Take-Away Buden befinden sich in unmittelbarer Nähe. Trotzdem waren kein Strassenlärm, Kirchenglocken oder Muezzine zu hören.

 Atmosphäre:

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, fühlt man sich hier bereits nach 5 Minuten wie Zuhause. Freundschaft, Gemeinschaft und Familie werden im Vagabond gross geschrieben und es ist ein grosser Aufenthaltsraum vorhanden, wo sich die Gäste entspannen, zusammen Tee trinken und fernsehen oder eine Shisha rauchen können.

Das Hostel ist grundsätzlich ruhig und kein Party-Hostel. Ein kleiner Nachteil ist jedoch, dass die Mitarbeiter vielleicht etwas zu nett und nachsichtig sind. Mitten in der Nacht, um 4 Uhr in der Früh, beschloss eine grosse Gruppe von Indonesiern zusammen ein Festmahl zu kochen und veranstaltete natürlich nebenbei einen Riesenkrach. Wir im Einzelzimmer gleich neben der Küche haben diese Nacht kein Auge zugetan. Brendan ist ja ein harter Kerl und hat schon durch Feuergefechte und Granaten geschlafen, aber die kochenden Indonesier waren dann auch für ihn zu viel. Ich persönlich war nur noch ein Häufchen Elend. Das Personal hat die Störenfriede zwar mehrfach ermahnt ruhig zu sein, hat jedoch im Versuch es absolut allen Recht zu machen, mit zu wenig Nachdruck reagiert. Ein Verbot die Küche mitten in der Nacht zu benutzen hätte das Problem bereits gelöst.

Alles in allem haben wir in Sarajevo eine wunderbare Woche verbracht und während des Aufenthalts im tollen Vagabond Hostel auch noch ein paar Freunde fürs Leben gewonnen. Ich weiss, dass wir bei Aida und Alvina jederzeit willkommen sind und dass im Gegenzug auch sie bei uns immer ein Zuhause finden werden.

Author: Tiffany

Tiffany Wüest is a Swiss writer with a background in media, communications, and political science. She is the German-language editor of Vagabundo Magazine and comes to us following a life changing journey through Africa. With a passion for travel and literature, Tiffany has proved the perfect person to bring the German section of our humble travel magazine to life. Be sure to check out Tiffany on Twitter as well as on Google+ and read her blog at www.worldmeetsgirl.com

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