Streetfood in München – cool, lecker und günstig


Wohl nicht ganz zu Unrecht hat meine Wohnstadt den Ruf eines eher spießigen und teuren Ortes. Kein Wunder, denn München belegt den ersten Platz in der Rangliste der teuersten Städte für Studenten in Deutschland. Damit sind zwar in erster Linie die Mietpreise gemeint, doch generell lebt es sich in der Landeshauptstadt Bayerns kostspieliger als in manch anderen deutschen Städten oder auf dem Land. Auch der Chichi-Flair, die leicht schwerfälligen, grantigen Züge seiner Einwohner,  die auf so manche(n) uncool wirken mögen, sind München nicht ganz abzusprechen. Dafür wird die Stadt aber ebenso als eine der lebens- und sehenswertesten auf den weltweiten Ranglisten aufgeführt – auch das hat seine Gründe. Aber für Reisende mit schmalem Budget gibt es eine gute Nachricht: Auch ohne tief in die Tasche greifen zu müssen, lässt sich hier Schönes, Cooles und Einzigartiges entdecken. Das gilt für Sehenswürdigkeiten, wie fürs Essen. Selbst jene, die gerne gut essen, aber kein dickes Portemonnaie mit sich tragen, werden fündig: Wenn sie gewillt sind, ein paar Schritte abseits einer touristischen Hauptschlagader zu schauen.

Der kleine Ochs'nbrater am Viktualienmarkt

Der kleine Ochs’nbrater am Viktualienmarkt

Die berühmte Ochs'nsemmel am Viktualienmarkt

Die Ochs’nsemmel

Der Ochsn’brater am Viktualienmarkt

Mein erster Tipp liegt im Herzen des touristischen München, ein Pflaster, von dem sich wohl die meisten Einheimischen – ich zumindest – vor allem Samstags fernhalten dürften. Er richtet sich an Allesfresser, denn Bayerns Spezialitäten sind nun einmal deftige Fleischgerichte, Braten, Würste, Leberkäs und dazu ein Bier. Wenn sich also nach einem Bummel durch die aus allen Nähten platzenden Gegend um den Marienplatz der Hunger meldet, lohnt der kurze Gang zum Viktualienmarkt. Hier wartet der “Kleine Ochs’nbrater”, ein wahrlich bayrischer Bio-Imbiss, der zwar keine leichte, aber dafür umso herzhaftere Kost auf dem Programm hat. Wer Vitamine sucht, ist hier fehl am Platz. Den Klassiker, die saftige “Ochs’n Semmel” (5,90 Euro), empfehle ich als Mittagssnack ganz besonders.

kleinerochsnbrater.de/Viktualienmarkt 11. Leider hat der Imbiss Sonntags geschlossen.

Die Surfer - bei Fräulein Grüneis an der Eisbachwelle im Englischen Garten

Die Surfer – auf dem Weg zu “Fräulein Grüneis” an der Eisbachwelle im Englischen Garten

Das “Fräulein Grüneis” am Eisbach

Am südlichen Eingang in den Englischen Garten, zwischen dem Haus der Kunst und dem Nationalmuseum wurde ein ehemaliges Toilettenhäuschen in einen hippen Kiosk im Grünen umgewandelt. Bei “Fräulein Grüneis” am Eisbach kehren Hipster, Surfer, Geschäftsleute und wer sonst noch gerade vorbeispaziert ein. Die Liebe, die in die Gerichte und hausgemachten Kuchen auf der Tageskarte fließt, dürfte beinahe jeden Geschmack treffen: Von Kuchen bis Suppen, auch für Vegetarier ist immer etwas Attraktives dabei, etwa die nahrhafte indische Linsensuppe (circa 5 Euro). Wer zu Fräulein Grüneis will, kann auch einen Blick auf die Surfer der Eisbachwelle werfen – eine Kuriosität Münchens, die jeden Tag unzählige Touristen an die Eisbachbrücke lockt, im Sommer wie im Winter. Fräulein Grüneis lässt sich von der Eisbachbrücke bzw. Prinzregentenstrasse kommend leicht finden – der Weg zu “ihr” ist beschildert.

fraeulein-grueneis.de/ Lerchenfeldstrasse 1a

Deftige, indische Linsensuppe bei Fräulein Grüneis

Deftige, indische Linsensuppe bei “Fräulein Grüneis”

“Alles Wurscht” am Nikolaiplatz

“Alles Wurscht” ist, wie ich finde, ein sehr charmanter Familienbetrieb. Claudia Ott steht hier jeden Tag selbst am Herd, um Suppen, Fleischpflanzerl und frische Salate für den Tag zuzubereiten: Der Couscous-Salat – wenn er denn auf der Karte steht -, ist übrigens zum Dahinschmelzen lecker. Beim Würstebraten, Anrichten der Currywurst mit Pommes (ja, die ist ihre ca. 5 Euro mehr als wert!) und Bedienen wird sie tatkräftig von ihren Kindern unterstützt. Und das Beste: Der kleine, leicht verträumte Innenhof, der bei schönem Wetter eine Mini-Großstadtoase ist und Schüler wie Angestellte zur Mittagspause lockt. Auch “Alles Wurscht” befindet sich nur einen Katzensprung vom Englischen Garten entfernt, gleich hinter dem eher garstigen Teil der Leopoldstrasse um die Münchner Freiheit.

Alles Wurscht, Nikolaiplatz 3

Perfekt für eine entspannte Mittagszeit: Der Innenhof bei "Alles Wurscht" am Nikolaiplatz in Schwabing

Perfekt für eine entspannte Mittagszeit: Der Innenhof bei “Alles Wurscht” am Nikolaiplatz in Schwabing

Und endlich: mexikanische Burrito-Läden überall

Die mexikanische Burrito- und Taco-Kultur gibt es endlich auch in München, und das in guter Qualität. Bei “Condesa”, an der sonst eher dumpfen Münchner Freiheit in Schwabing, ebenfalls unweit des Englischen Gartens, hole ich mir regelmäßig einen der reichhaltig gefüllten Burritos mit Bohnenmus und hausgemachtem Guacamole (je nach Füllung 5 bis 6 Euro, auch in vegetarischer Variante erhältlich). Auf meiner Probierliste stehen noch so einige mexikanische Streetfood-Buden in München, wie die “Burrito Company” in der Maxvorstadt, die “Taqueria Milagros” am Isartor oder das “Pure Burrito” in der Lindwurmstrasse am Sendlinger Tor.

condesa-gourmet-tacos.de/Münchner Freiheit 6

Das mexikanische Esszimmer im Condesa an der Münchner Freiheit

Das mexikanische Esszimmer im “Condesa” an der Münchner Freiheit

Ein Pizza-Picknick im Englischen Garten

Da der Sommer vor der Tür steht und es an lauen Abenden hier nichts Herrlicheres gibt als ein Picknick im Englischen Garten, freue ich mich darauf, mit einem Bier oder einer Flasche Rotwein und einer Pizza von “Vittorio” in der Occamstrasse zum Englischen Garten zu schlendern. Das Ambiente des Lokals gibt sich alles andere als schick, die Pizza ist dafür hervorragend und günstig. Um die vier bis fünf Euro kostet die Margherita zum Mitnehmen. Im Sommer lässt es sich aber auch draußen bei “Vittorio” ganz gut aushalten, während einen das Treiben an der Occamstrasse berieselt.

caffetteria-vittorio.de/ Occamstrasse 9

Wer weitere Food-Tipps aus München hat, darf sich gern in der Kommentarspalte austoben.

Author: Ella Grigorovici

Ella ist ein transsylvanisch-bayrischer Mischling, Texterin und Kommunikationsspezialistin, stets von extremem Fernweh getrieben. Ihre Mutter brachte ihr bei, dass jegliches Extra-Geld am besten fürs Reisen ausgegeben werden sollte. Während einer ersten Kanada-Reise, für die sie als Studentin ihr ganzes Erspartes verpulverte, kam sie auf den Geschmack fremder, ferner Orte und unberührter Landschaften. Damals verliebte sie sich in den westlichsten, wilden Rand von British Columbia, wohin sie Jahre später zurück kehrte um ihren kanadischen Traum für eine Weile zu leben. Nach verschiedenen Stationen in Europa und Nordamerika lebt sie nun wieder in München. Ella liebt Wörter und jongliert gerne mit diesen, um ihre Erlebnisse mit anderen zu teilen. Das Leben möchte sie als Reise begreifen, weiterhin die Welt entdecken und sich von anderen Gleichgesinnten inspirieren lassen.

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